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Samstag, 28. Mai 2022

Lärche auf dem Felsen - Larix decidua

Im Bergwald sieht man natürlich immer wieder Bäume, die auf Felsen wachsen oder an Felsen angelehnt stehen, deren Wurzeln im Boden neben dem Felsen stecken.

Bei dieser alten Lärche frage ich mich aber schon wie die Kombination aus Baum und Felsen zustandegekommen ist:

Stand die Lärche erst auf dem Felsen und hat dann die Hauptwurzel, die jetzt so dick wie der Stamm ist neben dem Felsen in den Boden geschickt? Oder steckte der Felsen, der jetzt auf einer Almwiese liegt, tief im Boden, dass die Lärche die Wurzel einfach neben dem Baum in den Boden senken konnte? Hat es zur Lebenszeit des Baumes so starke Erosion gegeben - kaum vorstellbar.

Vielleicht hatte es unter benachbarter Vegetation auf dem Felsen eine dünne Erd- und Humusschicht gegeben, die die Wurzeln in die Tiefe leiten konnte? So eine Erklärung kommt mir eigentlich am plausibelsten vor.

Oder ist der Baum neben dem Felsen gewachsen und hat seinen Stamm nur angelehnt? Ein zweiter Baum oder auch nur ein starker Ast sind schon vor vielen Jahren abgestorben.






Donnerstag, 5. Mai 2022

Berg-Ahorn am Hintersee

Im Gebirge ist die Vegetationsperiode kurz  Dementsprechend langsam wachsen die Bäume. Das Wachstum hängt nicht nur vom Standort ab, sondern ist je nach Art und sogar Individuum unterschiedlich.

Ich habe hier an diesem Berg-Ahorn, Acer pseudoplatanus, einen Umfang von 487 cm gemessen. Durch den tief ansetzenden starken Seitenast wird der Umfang sicherlich verfälscht, ein Teil des Astansatzes wird mitgemessen. Wenn man einen Jahreszuwachs im Umfang zwischen einem und zwei Zentimetern annimmt - mehr halte ich für kaum vorstellbar -, dann komme ich auf ein geschätztes Alter irgendwo zwischen über 200 Jahren bis über 400 Jahren. Auch wenn man nur 250 Jahre annimmt - es ist ein extrem beeindruckender Baum!









Mittwoch, 4. Mai 2022

Weißtanne - Abies alba

Die Weißtanne, Abies alba, ist die einzige heimische Tanne. Sie ist ein wichtiger Waldbaum, die natürlicherweise z. B. in Bergmischwäldern mit Buchen und Bergahorn vorkommt. 
In weiten Teilen ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes ist sie durch die Holznutzung verschwunden.

Vereinzelt findet man auch noch große, alte Exemplare, die angesichts des langsamen Wachstums im Gebirge sicher über 200 Jahre alt sind.









 

Dienstag, 3. Mai 2022

Felsenbirne - Amelanchier ovalis

Felsenbirnen sind beliebte Sträucher in Gärten und öffentlichen Anlagen. Meistens wird dabei die Kupfer-Felsenbirne Amelanchier lamarckii gepflanzt. Die heimische Amelanchier ovalis ist dagegen weniger bekannt. Sie wächst auf sehr kargen felsigen Hängen oder sogar in Felsspalten - sie ist allerdings keine ausgesprochene Gebirgspflanze, sondern eher wärmeliebend. Warme Felsen z. B. in den Weinbaugebieten sind geeignete Standorte, aber eben auch sonnenbeschienene Felsen in niedrigeren Lagen im Gebirge.

Amelanchier ovalis blüht nicht so üppig und wächst - zumindest am natürlichen  Standort - auch viel kleiner als die beliebten Gartenformen.






Montag, 2. Mai 2022

Fichten im Hintersee

Der Hintersee im Berchtesgadener Land liegt in traumhafter Umgebung und besitzt eine tiefgrüne Farbe.

In der Nähe des Nordufers, am Rand des "Zauberwaldes" liegen einige Felsblöcke im Wasser, auf denen Fichten wachsen. Die Bäume sind eigentlich nicht besonders groß, sondern eher sogar klein, dürr, mager. Dies ist aber dadurch zu erklären, dass sie eigentlich tatsächlich ohne Boden auf diesen Felsen wachsen.
Ganz ohne Boden geht es natürlich nicht, aber es können nur sehr geringe Mengen sein, in Felsritzen und festgehalten von den spärlichen Pflanzen. Auf einem solchen Standort können die Fichten natürlich nicht besonders schnell wachsen, sie bleiben notwendigerweise sehr klein; dass sie überhaupt gedeihen ist die große Überraschung.







Sonntag, 1. Mai 2022

Polygala chamaebuxus

Polygala chamaebuxus ist ein Zwergstrauch im Bergwald auf Kalkuntergrund. Wenn die Sonne kommt, der Schnee geschmolzen ist, dann wächst er im Frühjahr auf dem sonnigen Waldboden oder in Felsritzen.

Die deutschen Namen  Buchs-Kreuzblume, Alpen-Zwergbuchs, Buchsblättrige Kreuzblume, Buchsblättriges Kreuzblümchen, Immergrüne Kreuzblume, Waldmyrte belegen die Ähnlichkeit der Blätter mit Buchsbaum. Bei den Blüten denkt man auf den ersten Blick an Schmetterlingsblütler, die Unterschiede sind erst bei sehr genauem Blick erkennbar. Die vermeintliche Fahne der Blüten wird nicht von Blüten- sondern von Kelchblättern gebildet!

Die Blüten sind - je nach Alter und vermutlich Sonnenintensität - weiß bis gelblich, die Spitzen gelb, orange oder rot. Die Zunahme des Rotanteils scheint mir - wie bei manchen anderen Blüten - ein Zeichen des Alters und beginnenden Verblühens der einzelnen Blüte zu sein. Die Vielfalt macht sie besonders attraktiv.









Samstag, 30. April 2022

Seidelbast - Daphne mezereum

Der Seidelbast, Daphne mezereum, ist ein typischer kleiner Strauch von Laubwäldern auf Kalkuntergrund.
 Zum Ende des Winters, wenn der Schnee getaut ist, genügend Sonne auf den Waldboden fällt, dann erscheinen die Blüten und gleichzeitig die ersten Blätter als Blattschopf am Zweigende.
Die Sträucher sind so unauffällig, dass man sie ohne die Blüten völlig übersehen würde - aber sie sind ein charakteristisches Bild, wenn im Bergwald der Winter zu Ende ist!